New York (BoerseGo.de) - Gemäß dem in New York ansässigen Verband von Finanzdienstleistern, dem American Securitization Forum (ASF), will US-Präsident Bush mit seinen Hilfspaket für in Schwierigkeiten befindliche US-Hypothekenschuldner in bestehende Verträge eingreifen. Eine übliche Erfüllungsgarantie für Investoren sehe jedoch nur dann eine Modifizierung von Kreditverträgen vor, wenn hiedurch den Inhabern von Schuldverschreibungen eine höhere Ertragsgenerierung als im Falle einer Zwangsvollstreckung in Aussicht gestellt wird. Die Vereinbarungen mit den Investoren hätten ebenso zum Inhalt, dass Kreditverträge nur dann einer Modifizierung unterworfen werden können, wenn eine Zwangsvollstreckung kein vernünftiges Szenario erscheint. Die Finanzdienstleister seien in ihrem Handeln zum besten Interesse für Investoren verpflichtet. Das ASF warnt daher die Finanzdienstleister, bestehende Kreditverträge über ein im Rahmen von ursprünglichen Vereinbarungen hinausgehendes Maß abzuändern.
Das am Vortag von US-Präsident George W. Bush präsentierte Hilfspaket für Hypothekenschuldner mit variablen Zinssätzen sieht die Einfrierung der höheren Zinssätze für die kommenden fünf Jahre vor. Zudem könne mit den Kreditgebern eine Refinanzierung ausgehandelt werden. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit, dass die Bundeswohnungsverwaltung Federal Housing Administration (FHA) den Hausbauern als Bürge zur Verfügung steht.
Gemäß der Ratingagentur Standard & Poor´s wird die Einfrierung der variablen Zinssätze auf Subprime-Kredite vermutlich die Herabstufungen von Kreditratings auf verbriefte Hypothekenpapiere zur Folge haben. Der Plan der US-Regierung untergrabe die Interessen der Gläubiger, zumal sich die Differenz zwischen den durch Hauskredite fälligen Zinszahlungen und den beanspruchten Zinsen der Investoren verringert.
Gemäß dem Fondsmanager der in San Franciso ansässigen Investmentgesellschaft SCM Advisors LLC, Andrew Chow, geht das Regierung-Hilfspaket mit höheren Risiken für die Inhaber von Schuldpapieren einher. Der Plan könnte am Ende zu höheren Verlusten für die Gläubiger führen, falls die Hauspreise weiter fallen und eine neue Flut an Zwangsvollstreckungen unvermeidlich wird. Ohne den Plan könnten sich die Verluste für die Gläubiger möglicherweise noch in Grenzen halten.
